Sensation Method
Sensation Method von Dr. Rajan Sankaran
Welcher klassische Homöopath kennt das nicht, dass Anzahl und Verschiedenartigkeit der Symptome eines Falles auch nach sorgfältigem Repertorisieren und Analysieren kein natürliches Gefüge oder eine Einheit ergeben? Man sieht sich gezwungen, eine Auswahl zu treffen und aufgrund dieser Auswahl das Mittel zu bestimmen. Mit dem Ergebnis, dass verschiedene Homöopathen beim genau gleichen Patienten zu verschiedenen Mitteln kommen und dabei mehr oder weniger erfolgreich sind.
Dr. Rajan Sankaran ist es gelungen, eine logische Ordnung und Systematik in der Vielfalt der Krankheitssymptome und dem System der Homöopathie aufzudecken und wesentliche Gesetzmässigkeiten herauszuschälen. Daraus entstanden die vermittelbaren Modelle der Miasmen, der Königreiche und der Ebenen sowie seine speziellen Anamnesetechniken.
Hinterfragen der Symptome
Bei der Sensation Method werden Symptome nicht als Fakten hingenommen sondern tiefer hinterfragt, bis das Sonderbare oder Eigentümliche des Patienten sich eröffnet. Dieses erschliesst sich jedoch selten auf der Ebene der Symptome, der Emotionen, der Gefühle oder der Wahnideen. Erst auf der sensorischen Ebene der Empfindungen, dort wo der Patient sein individuelles Erleben seiner Symptome, Emotionen, Gefühle und Wahnideen beschreibt, öffnet sich der ganze Fall. Dort wird ein logisches Gefüge oder eine Einheit sichtbar, die auch eine klare Entsprechung einer Substanz in einem der drei grossen Reiche findet.
Die drei Königreiche
Sei es im Mineralreich mit dem Grunderleben von Verlust oder Gewinn der Strukturen und Funktionen, im Pflanzenreich mit dem Grunderleben einer gesteigerten Empfindsamkeit und der spezifischen Reaktion darauf oder im Tierreich mit dem Grunderleben von Überlebenskampf mit Opfer und Angreifer.
Miasmen
Die unterschiedliche, individuelle Wahrnehmung der Realität prägt die Reaktionsmuster der PatientInnen. Das Modell der 10 Miasmen verhilft zu einem tieferen Verständnis der PatientInnen und ihrer Krankheiten. Dadurch wird es einfacher, das passende Mittel zu finden.
Grundenergie muss passen
Die Energie des/der PatientIn muss mit der Energie der Substanz übereinstimmen. Dann können wir ganz sicher sein. Alles, was seine/ihre Empfindung und die Energie betrifft, muss zur gleichen Substanz gehören. Die Kernempfindung ist wie ein tiefer, verdeckter (jedoch beständig vertrauter) Faden, der sich durch jede Sphäre des Lebens und jede Handlung des Individuums zieht. Emotionen sind temporär, Wahnideen sind permanent, doch die Empfindung ist beständig, nicht nur für Menschen. Sie geht über das Menschsein hinaus und wird zeitlos.
Sieben-Ebenen-Modell
Wurde die Substanz so gefunden, können Sie über das Modell der sieben Ebenen die Potenz und die allenfalls nötigen Wiederholungen sicher und klar ableiten. Die Potenz wird dadurch bestimmt, auf welcher Ebene der Mensch die Empfindung in seinem alltäglichen Leben erlebt.
§ 83 Organon der Heilkunst:
„Diese individualisierende Untersuchung eines Krankheits-Falles, […] verlangt von dem Heilkünstler nichts als Unbefangenheit und gesunde Sinne, Aufmerksamkeit im Beobachten und Treue im Aufzeichnen des Bildes der Krankheit.“
Sich unbefangen führen lassen
Lassen wir uns in der oben beschriebenen Weise auf den/die PatientInnen ein und halten uns immer vor Augen (unabhängig von den ´Landkarten´ in unseren Köpfen), dass der Mensch, der uns gegenüber sitzt, weitaus mehr ist als irgendein Plan oder eine Theorie, die wir uns über ihn oder die Welt zurechtgelegt haben. So werden wir seine Einzigartigkeit in ihrer ganzen Fülle erleben können.
Konzepte sind nur Orientierungshilfen
Liegt uns nur die Absicht zugrunde, ihn zu kategorisieren oder in eine Schublade zu stecken, schmälern wir nicht nur die Einzigartigkeit dieses Menschen, sondern auch unser eigenes persönliches Lernen. So fügen wir diesen Menschen nur in unser bestehendes Verständnis ein, welches von Natur aus begrenzt ist. Dadurch verpassen wir die vor uns liegende Wahrheit und die einzigartige Möglichkeit, unser Verstehen und Verständnis zu erweitern, indem wir das Neue hereinlassen und dazulernen.
Der Mensch vor uns und die Welt um uns herum ist die vollkommene Realität. Unser Plan im Kopf davon ist nichts weiter als eine Ahnung oder vielleicht sogar ein verzerrtes Abbild.
Natürlich brauchen wir Pläne, um in irgendeiner Form unser bestehendes Wissen „sortieren“ und ordnen zu können. Unsere Reise durchs Leben verläuft besser, wenn wir einen bestimmten Rahmen oder einen Plan besitzen, an den wir uns halten können.
Reise ins unbekannte Land
Doch wenn wir mit den PatientInnnen ihr eigenes, inneres Land betreten, das nur sie kennen, nur sie erleben und uns zeigen können, reicht es, zu wissen wo wir hinwollen. Nämlich zum höchsten Punkt in ihrem Land (dem tiefsten Empfinden), von wo aus wir es überschauen und ganz verstehen können. Der Verlauf einer Befragung handelt von einer solchen Reise, wo wir als völlig Fremde in diesem Land darum bitten, uns mitzunehmen bis zum Ziel. Der höchste Punkt dieses Landes ist die tiefste Empfindung darüber, wie er/sie die Hauptbeschwerde oder das Symptom unmittelbar erlebt. Denn genau dort bringt die innere Energie es am deutlichsten zum Ausdruck. Von diesem klaren Aussichtspunkt aus können wir gemeinsam und nach und nach beobachten, wie alles weitere sich in diesem Land an seinen Platz fügt. Wenn wir einen Teil davon nicht richtig erkennen können, so fragen wir einfach nach einem anderen. Er/sie weiß es, denn er/sie wohnt in diesem Land. Nur er/sie kann es uns erklären.
Erfolg durch die Methode
Dabei hängt der Erfolg jetzt nicht mehr nur vom außergewöhnlichen Talent eines/r TherapeutIn ab, sondern stützt sich auf eine Methode, die kohärent, verständlich und für jeden anwendbar ist. Es werden nachvollziehbare, logische Klassifikationen der Krankheiten und der Materia Medica gelehrt, die dem/der AnwenderIn ermöglichen, reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. In der Methode liegt das Potential, beständigere Ergebnisse im Sinne unserer PatientInnen zu erhalten und auf dem Weg des Heilens weiterzukommen, so dass jede Verordnung ein Treffer wird.
Offen für Neues?
Diejenigen, die Dr. Sankaran’s Gedankengut nur oberflächlich betrachten, könnten dazu neigen, es falsch zu verstehen oder auszulegen. Sein Gedankengut beruht auf erstklassigem Wissen der homöopathischen Philosophie, der Materia Medica und des Repertoriums. Wer seine Konzepte eingehend studiert hat, wird nicht daran vorbeikommen, ihren Geltungsanspruch anzuerkennen.
Seine geniale Vorarbeit sollte uns Ansporn und Motivation sein, weiter zu forschen und zu prüfen und unseren Beitrag zu leisten, dass die klassische Homöopathie sich weiter entwickelt zum Wohle der Menschen.
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