Sensation Method
Erlebnis
(Auszüge aus Dr. Rajan Sankarans Buch, Das andere Lied, Seite 65,66)
„Einmal saß ich mit meinem vierjährigen Sohn und meiner Frau beim Frühstück. Wir delektierten uns an Wassermelonen, und ich sagte: „Herrlich! So was von saftig und lecker, ein Hochgenuss.“ Meine Frau nickte und sagte: „Und so gesund mit all den Vitaminen und Mineralien.“ Mein Sohn dagegen deutete auf die Melonenstücke auf seinem Teller und sagte: „Schau, Papa, das hier ist mein Schloss. Das ist ein Frosch und das da eine Schildkröte.“
Drei Menschen, drei verschiedene Erfahrungen ein und derselben Melone. Ich erlebte sie emotional mit Gefühlen aus dem Spektrum von Mögen und Nichtmögen. Das Erlebnis meiner Frau war vom kalkulierenden Verstand und von Fakten aus dem Bereich Vorteil und Nachteil geprägt. Mein Sohn schließlich erlebte die Melone von seiner Fantasie her.Man kann sich leicht vorstellen, dass es etliche Erfahrungsebenen geben muss.
Meine Forschungen haben mich zu sieben verschiedenen Ebenen geführt. Wenn wir zum Beispiel zur Bank gehen, um Geld zu überweisen, agieren wir auf der intellektuellen Ebene. Sehen wir uns einen sentimentalen Film an, befinden wir uns im Allgemeinen auf der emotionalen Erfahrungsebene. Bei einem Science-Fiction-Film oder Historiendrama wird es eher die Erfahrungsebene der Fantasie sein. Im Allgemeinen werden wir jedoch feststellen, dass wir uns – zumindest in bestimmten Abschnitten unseres Lebens – überwiegend auf einer dieser Ebenen bewegen und weniger auf den anderen.
Ebene 1 Name
Ebene 2 Tatsache
Ebene 3 Gefühl
Ebene 4 Wahnidee
Ebene 5 Empfindung
Ebene 6 Energie
Ebene 7 Die Siebte
(Auszüge aus Dr. Rajan Sankarans Buch, Das andere Lied, Seite 65,66)
Das ist eine schöne Geschichte die aufzeigt wie unterschiedlich wir Menschen die Realität wahrnehmen. Im Folgenden skizzieren wir das Modell der sieben Ebenen von Sankaran.
Siebte Ebene
Die siebte Ebene beschreibt Sankaran als das „Nichts“ und führt folgende Bilder an, um sie zu beschreiben: Eine leere Leinwand, die bereit ist, dass der Künstler sie bemalen kann. Oder wie ein Spielfeld, bevor die Spieler einlaufen und das Spiel beginnt oder wie der Nachthimmel, bevor sich darin ein Feuerwerk entfaltet. Diese Ebene ist die Voraussetzung oder der Rahmen dafür, dass sich Energie manifestieren kann.
Sechste Ebene
Die sechste Ebene ist die Ebene der reinen Energie. Durch Klang, Farbe, und Bewegung wird sie für uns wahrnehmbar. Wobei die Bewegung noch differenziert werden kann in Richtung und Geschwindigkeit. Als Beispiel nennt Sankaran einen Feuerwerkskörper, der sich in eine bestimmte Richtung mit der ihm eigenen Geschwindigkeit bewegt, sich entzündet und mit charakteristischem Geräusch, Farbe und Geruch wieder verschwindet. Oder ein Baby, dass auf irgendwelche äussere Umstände reagiert. Da ist nichts von Namen, Gefühlen und Vorstellungen. Sie gehen einfach mit der Energie des Augenblicks mit und geben Laute oder eine dazugehörige Mimik zum Ausdruck.
Der Rahmen wo sich Energie manifestiert, ist das Universum. Somit kann man sagen, dass die sechste Ebene eine universelle Ebene ist. Wenn Patienten ihre Empfindungen bei der Anamnese spontan durch Laute, Bewegungen oder Mimik ausdrücken, zeigt sich darin das Energiemuster aus der für sie passenden Heilsubstanz.
Sowohl das Nichts wie die Energie sind unbegrenzt.
Fünfte Ebene
Die fünfte Ebene ist die Schaltstelle, wo die Energie aus Ebene sechs mit Geist, Seele und Körperwahrnehmung verknüpft ist. Auf dieser Ebene äussert der Mensch seine individuell gefärbte Empfindung, das heisst, die reine Energie ist bereits durch seine Wahrnehmung determiniert worden. Eine gewisse Einschränkung der ursprünglich in ihm angelegten unbegrenzten Energie hat stattgefunden. Diese Kernempfindung steht mit seinem innersten Erleben in Zusammenhang, das er nicht nur lokalisiert auf ein Körperareal, sondern als allgemeine Empfindung wahrnimmt. Körperliche, seelische und geistige Phänomene werden auf die gleiche Art und Weise wahrgenommen und ausgedrückt.
Darin teilt der Mensch sein für ihn typisches Energiemuster mit der Ausgangssubstanz seines Heilmittels. Sankaran bezeichnet diese Ebene als terrestrische, da die wahrgenommene Kernempfindung aus den verschiednen Reichen (Mineral, Pflanze, Tier) stammen können. Es sind nicht menschenspezifische Empfindungen und auch die Wörter, die benutzt werden, um sie auszudrücken, sind nicht spezifisch menschliche Wörter. Auf dieser Ebene kann der/die HomöopathIn die Zuordnung zu dem Reich dem die Kernempfindung angehört, heraushören.
Ist die Lebenskraft gesund, so laufen Körpervorgänge automatisch und unbemerkt ab. Ist sie jedoch krank, so wird sie sich auf dieser Ebene bemerkbar machen. Das heisst also, dass die Vitalempfindung nur dann wahrgenommen wird, wenn eine Störung der Lebenskraft vorliegt.
Eine Empfindung liegt im Kern einer jeden Krankheit, die begleitet werden kann von Vorstellungen (Wahnideen), Gefühlen und körperlichen Symptomen, die auf den niedrigeren Ebenen angesiedelt sind.
Vierte Ebene
Auf Ebene vier geschieht eine weitere Einschränkung der Energie. Das Erleben der Kernempfindung löst hier eine emotionale Resonanz aus und kann sich in Form von Wahnideen ausdrücken. Das sind fixierte, übersteigerte Gefühlskonstellationen die unabhängig von Rasse, Religion, Kultur, Hautfarbe und Zeit ihren Ausdruck finden und die unabhängig, von einer vielleicht ursprünglich auslösenden Situation, weiter bestehen. Verfolgungswahn, Wahnideen wie ausgestossen zu sein, nicht geliebt zu werden etc. die ohne äusserlichen Anlass weiterbestehen sind solche Beispiele.
Zu dieser Ebene gehören auch Träume, Vorstellungen, Bilder, Hobbys, Metaphern und Interessen. Dies ist der Erlebnisraum der Menschen, das heisst menschenspezifisch. Die Wörter die der Patient hier benutzt um sich auszudrücken, sind auch spezifisch menschliche Wörter. Bei Freud würde diese Ebene mit dem kollektiven Unbewussten gleichgesetzt.
Dritte Ebene
Auf Ebene drei, wenn die Energie weiter determiniert wird, manifestiert sich die gestörte Lebenskraft in Form von Gefühlen. Erleben mehrere Menschen die gleiche Situation, wird jeder unterschiedlich darauf reagieren, geprägt durch seinen persönlichen Gefühlskörper. Die eigenen Gefühle wiederum bestimmen, womit wir uns konkret beschäftigen. Als Beispiel werde ich mich mit Haussicherheitsanlagen beschäftigen, wenn ich Angst vor Einbrechern habe usw. Auf dieser Ebene äussert der Patient Gefühle die begrenzt sind auf sein individuelles Leben.
Zweite Ebene
Damit sind wir bei Ebene zwei angelangt, wo es um konkrete Fakten/Tatsachen geht. Da beschreibt der Mensch Beschwerden, die auf einen Teil seiner Person beschränkt sind. Das sind lokale Empfindungen, oder Lokalsymptome die er nicht auf sein ganzes Wesen bezieht.
Wenn er noch weitere Einschränkungen macht dann wird er nur noch Namen oder Begriffe seiner Krankheit nennen.
Erste Ebene
Somit sind wir auf Ebene eins angelangt, bei der es nur noch um Begriffe und Namen geht. Durch Identifikation mittels Namensgebung wird hier eine Ordnung geschaffen. Da werden Diagnosen oder Befunde genannt.
Beschrieb aus Dr. Rajan Sankarans Buch, Das andere Lied
„Wie war das noch damals, als wir Malen und Zeichnen lernten? Erst zogen wir einfach Linien, dann entstanden die ersten Figuren – dreieckige, viereckige, runde Formen. Nach und nach lernten wir, Dinge aus unserer unmittelbaren Erfahrungswelt nachzumalen – Häuser, Bäume, Menschen, Tiere. Mit der Zeit bekamen die Gesichter sogar einen Ausdruck, fröhlich oder traurig. Irgendwann sollten wir dann auch Bilder aus der Fantasie malen, etwas aus der Natur oder einen Marktplatz, ein Picknick und dergleichen. Noch später lernten wir zu abstrahieren und vermochten uns dann einfach über Formen und Farben auszudrücken, die keinen naturalistischen Bezug mehr haben mussten. Unsere geistige, körperliche oder spirituelle Erfahrung ließ sich durch das Medium der abstrakten Kunst gestalten. Verbinden wir das nun mit dem Stufenmodell.
Mit unseren ersten Kritzeleien ließ sich überhaupt nichts vermitteln, es waren einfach Striche und Formen. Sie ließen sich nur ganz direkt benennen: als Strich, als Kreis und so weiter. Das ist die erste Ebene: Name.
Auf der nächsten Stufe malen wir Dinge ab, was mit gegebenen Tatsachen zu tun hat. Es existieren Dinge ringsum, und wir malen oder zeichnen sie ab. Das ist die zweite Ebene: Tatsache.
Auf der dritten Stufe zeichnen wir beispielsweise einen fröhliche oder einen traurigen Menschen. Wir fügen die Adjektive hinzu, die Regungen, die Gefühle. Das ist die dritte Ebene: Gefühl.
Auf der vierten Stufe kreieren wir Dinge und Situationen aus der Fantasie. Es spielt keine Rolle, ob es sie wirklich gibt oder nicht und ob wir sie selbst erlebt haben oder nicht. Das ist die vierte Ebene: Einbildung oder Wahnidee.
Auf der nächsten Stufe haben wir gelernt zu abstrahieren, wir können geistige oder körperliche Empfindungen mitteilen sowie in Mustern und Formen Energie gestalten. Das sind die fünfte und die sechste Stufe: Empfindung und Energie.
Wir gehen also in diesem Lernprozess von etwas aus, was nur einen Namen hat, um schließlich zu etwas zu gelangen, was nur noch Energie und keinen Namen mehr hat. Das Ebenen-Modell lässt sich auch auf unsere tagtägliche Erfahrung anwenden, auf unsere Tätigkeiten, unseren Umgang mit anderen, auf unsere Gedankengänge und Wahrnehmungen.
Sind wir bereit wahrzunehmen, dass die Empfindung unzähligen Formen annehmen kann – als Emotionen, Situationen, Symptome, Schmerzen und so weiter?“ (Auszüge aus Dr. Rajan Sankarans Buch, Das andere Lied, Seite 67,68)
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